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Über die Wirtschaftlichkeit von Kunsteinrichtungen

Kunst & LebenPosted by artpromotor Tue, March 26, 2013 10:58:08

Jedes Kind das spielt, simuliert seine eigene Wirklichkeit. Jeder Künstler spielt mit der Wirklichkeit oder in seiner Eigenen. Das Museum ist der Spielort, an dem der Künstler seine im Spiel erfundenen Kunststücke zeigen, lagern oder entwickeln darf. Von dieser spielerischen Simulation ist auch die Institution des Museums zutiefst durchwoben. Es zeigt Kunstprodukte, die man nicht kaufen kann, es simuliert ein Angebot, das keinen Nachfrager braucht, da die Produkte an ihrem Endpunkt angekommen sind. Es "spielt" nur Unternehmen, aber ist dabei nur eine Simulation. Das Problem ist, das in einer realen Kapitalistischen - Wirtschaftsordnung nun dieser Spieler "Museum" als vollwertig und autark abgerechnet und verrechnet wird. Als ob, ein Junge der einen Jäger spielt, am Ende des Tages danach gefragt werden würde, wie viel Beute er nun wirklich erlegt habe? So fragt man die Museumsleiter heute, wie sie ihre erzeugten Kosten erwirtschaften wollen? Egal wie hoch der Zuschuss des Landes oder der Stadt ist, die Kosten die beim Spielen entstehen, können nicht durch den Spieler gedeckt werden, weil es dann kein Spiel mehr wäre, sondern Ernst, also keine Simulation. Das würde bedeuten, dass für das Spiel kein Platz mehr ist. Kunst, Künstler und Institution müssten sich dann den Bedingungen des Marktes vollständig unterwerfen. Aber das Museum ist die Simulation eines Unternehmens, dies sieht man daran, dass es auch ihre Stellenangebote nur simuliert. Dem Suchenden verspricht man, er hätte eine wirkliche Chance auf diesen oder jenen Job im Museum, obwohl das oft nicht der Fall ist, da die Stelle längst vergeben ist. Dies ist zwar sehr ärgerlich für den Arbeitssuchenden, aber es zeigt gut, dass das Museum per se ein Kunst-Stück ist und sich auch so wahrnimmt. Es wird in der Real-wirtschaft niemals aus sich heraus überleben können, dafür wurde es auch nie gemacht. Die oberste Frage ist doch, will man ein Archiv für unsere Kulturgüter, dann muss man diese auch voll finanzieren, oder nicht? Die finanzielle Verantwortung dafür, dem Museum aufzubürden mit der Bedingung "wirtschaftlich" zu sein, ist als gebe man dem Kind, das nur "Jäger" spielt, nun eine scharfe Waffe ... dies kann nur zu unvorhersehbaren (Kultur) Unfällen führen.